Die "Südumgehung-Mörfelden" - ein geplantes Verkehrsprojekt und ein Jahrzehnte altes Streitobjekt in Mörfelden-Walldorf

Die Anwohner mehrerer Straßen in Mörfelden-Walldorf beklagen sich seit Jahrzehnten über ein in der Vergangenheit ständig gestiegenes Verkehrsaufkommen. Betroffen sind hauptsächlich die Straßen im Stadtteil Mörfelden, die als innerstädtische Verbindungen der B486 und der B44 genutzt werden. Mit der "Südumgehung Mörfelden", die von einer Mehrheit in den politischen Gremien der Stadt gefordert wird, soll die gewünschte Verkehrsentlastung erreicht werden.

  • Diese geplante "Südumgehung Mörfelden" wäre allerdings mit vielen, nachhaltig schädlichen und irreparablen, Folgen für die Umwelt, das Klima, die Naherholungsgebiete, sowie für die Anwohner der geplanten Trasse verbunden!
  • Stellt man dem zu erwartenden Nutzen dieses Verkehrsobjektes die schädlichen Auswirkungen gegenüber, so ist ein extrem negatives Ergebnis nachweisbar!
  • Alternativen zur "Südumgehung" mit gleichwertigen Entlastungswirkungen und geringeren schädlichen Auswirkungen wurden aus nicht nachvollziehbaren Gründen verworfen.   
  • Diese und weitere Gründe haben viele Bürger von Mörfelden-Walldorf zum Anlass genommen, Einwände gegen dieses Projekt beim Regierungspräsidium Darmstadt zu erheben. Sie sind entschlossen, alle vorhandenen Mittel einzusetzen, um die Realisierung dieses Projektes zu verhindern.

 

Ernüchternd und frustrierend ist die Tatsache, dass die Öffentlichkeit seitens unserer kommunalen Einrichtungen sehr einseitig, in einer das Südumgehungsprojekt befürwortenden Einstellung, informiert wurde, ohne ausreichend über die damit verbundenen und schwerwiegend negativen Folgen dieses geplanten Verkehrsobjektes zu berichten. Nur wenige Veröffentlichungen, wie z. B. von der Fraktion "DIE GRÜNEN-MW" und des "BUND" weisen auf die negativen Folgen des Projektes "Südumgehung Mörfelden" hin. 

Diese mangelhafte und zugleich unvollständige Öffentlichkeitsarbeit war ein wichtiger Anlass  für die Entstehung dieser Internetseite. Den Bürgerinnen und Bürgern soll damit eine Informationsplattform angeboten werden, die es ihnen ermöglicht, sich eine objektive Meinung zu diesem geplanten, aber umstrittenen, Verkehrsobjekt zu bilden. 

Vor der Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens im Jahr 2007 wurde dieses Projekt bei mehreren Bürgerversammlungen präsentiert, wobei dabei das Augenmerk auf die prognostizierte Verkehrsentlastung der Hauptverkehrsstraßen gelenkt wurde, ohne gleichwertige Alternativen  in Betracht zu ziehen. Gleichzeitig wurde dieses Projekt als ein alternativloses Allheilmittel zur Lösung der Verkehrsprobleme in Mörfelden dargestellt, obwohl hierfür keine fundierte Begründung existiert. Die vielen schädlichen Auswirkungen, die Mehrbelastungen der Anwohner der geplanten Trasse und die hohen Verluste von Naherholungsgebieten wurden dabei nicht, oder nur beiläufig, genannt.

Bürger, die sich selbstständig ein detailliertes und neutrales Bild von diesem Projekt machen wollten, wurde dies nur durch Einsicht in die umfangreichen, mehrere Leitzordner umfassenden, Projektunterlagen im Rathaus Mörfelden innerhalb einer Frist von wenigen Wochen vor dem spätesten Abgabetermin  für Einwände ermöglicht. Für berufstätige Bürger war dies aufgrund der Öffnungszeiten im Rathaus nur schwer realisierbar. Gespräche mit Anwohnern in Mörfelden haben die Annahme bestätigt, dass die trotz allem stattliche Anzahl von 700 eingereichten Einwendungen  gegen dieses Projekt bei besseren Informationsmöglichkeiten deutlich höher ausgefallen wäre.

Diese, sehr einseitige, Informationspolitik unserer Stadtverwaltung hatte zur Folge, dass viele Bürgerinnen und Bürger in einem nicht ausreichenden Umfang über die schwerwiegenden und irreparablen, Folgewirkungen dieses Bauprojektes informiert waren. Dadurch entstand  in der Öffentlichkeit der weit verbreitete, aber wirklichkeitsferne, Eindruck, das geplante Südumgehungsprojekt wäre alternativlos und die damit verbundenen Auswirkungen überwiegend positiv.

 

> Eine Aufstellung und Beschreibung der vielfältigen schädlichen Folgen dieses geplanten Bauobjektes finden Sie unter dem Menüpunkt "Argumente gegen die Südumgehung" in dem am linken Bildrand dargestellten Auswahlmenü. <

Lageplan

Die im Bild rechts gezeigte Grafik zeigt die geplante, rund 4,4 km lange und größtenteils auf einem Damm verlaufende, Trasse der "Südumgehung Mörfelden" (in dieser Homepage mehrfach mit "SU" abgekürzt).

Wie auf der Karte rechts zu sehen ist, verläuft diese Strecke in einem weiten Halbkreis südlich um das Stadtgebiet von Mörfelden und führt nahe an den Wohngebieten am südlichen Stadtrand vorbei. Durch dieses Verkehrsobjekt würde eine großräumige, wie eine Barriere wirkende,  Einkesselung des Stadtgebietes mit nur  wenigen Zugängen zu den Naherholungsgebieten im Umland entstehen. Spaziergänger und Fahrradfahrer müssten bis zu 10 Meter hohe Brücken überqueren oder kilometerweite Umwege nutzen, um beispielsweise in das Bornbruchgebiet oder in die Waldgebiete südlich und südwestlich von Mörfelden zu gelangen. Dadurch wären diese Naherholungsziele nur noch unter erschwerten Bedingungen erreichbar. Fahrten in Richtung Darmstadt wären nicht mehr auf direktem Weg durch die Darmstädter-Straße auf die L3113 möglich, sondern nur über Umwege und weit auseinanderliegende Knotenpunkte.

Das im Stadtgebiet vorhandene Gesamtverkehrsaufkommen setzt sich aus den folgenden, anteiligen, Verkehrsarten zusammen: 

  1. Dem Quell-, Ziel- und Anliegerverkehr, der von der Anzahl der in den betreffenden Straßen lebenden Personen, sowie dem Umfang des dort angesiedelten Gewerbes und öffentlichen Einrichtungen abhängig ist, und
  2. dem Durchgangsverkehr, der durch die innerstädtischen Verbindungen mit den Bundesstraßen B486 und der B44 entsteht.

Der unter Punkt 1 genannte Anteil des Verkehrsaufkommens entspricht in Mörfelden-Walldorf den durchschnittlichen Werten anderer Städte in unserer Region mit einer vergleichbaren Einwohnerzahl. Eine spürbare Entlastung von diesem Anteil des Gesamtverkehrsaufkommens könnte nur durch Verkehrsverbote oder verkehrshemmende Maßnahmen erreicht werden. 

Durch eine Auslagerung des unter Punkt 2 genannten Durchgangsverkehrs auf Ortsumfahrungen ist allerdings eine Verkehrsentlastung im Stadtgebiet möglich, denn dadurch würde man die Gesamtbelastung um den Anteil des Durchgangsverkehrs reduzieren.

In der innerstädtischen Ost-West-Verbindung der B486 wurde bisher der Hauptanteil des Durchgangsverkehrs von der Rüsselsheimer-Straße, der Westendstraße und der Langener-Straße aufgenommen und diese Strecke entsprechend hoch belastet. Seitdem vor einiger Zeit an den Ortseingängen der B486 östlich und westlich des Stadtgebietes Ausschilderungen vorgenommen wurden, die den Schwerlastverkehr auf die Ortsumfahrungsmöglichkeit über die Wageninger- Straße hinweisen, ist bereits eine Abnahme des innerstädtischen Güter-Durchgangsverkehrs eingetreten. Dieser Auslagerungseffekt kann durch einen Ausbau dieser Umgehungsstrecke als Nordumfahrung erheblich gesteigert werden, womit eine, der Südumgehung gleichzusetzende, Verkehrsberuhigung auf diesen innerstädtischen Straßen und im Stadtkern erreichbar ist. Mit der Bezeichnung "Westtangente" war der Vitrolles-Ring ursprünglich als westliche Umfahrungsstrecke der Wohngebiete geplant. Nach ihrer Fertigstellung erfolgte allerdings eine Bebauung bis an die Grenzen dieser Trasse, die zur Folge hat, dass eine Nutzung dieser Strecke als Ortsumfahrung auf einem ca. 200 Meter langen Streckenabschnitt zu einer Belastungszunahme in diesem angrenzenden Wohngebiet führen würde. Aus diesem Grund ist hierbei eine westlich der Thälmannstraße liegende Trassenführung in Betracht zu ziehen. Eine höhere Entlastungswirkung der Ost-West-Verbindung ist auch mit der geplanten Südumgehung nicht erreichbar.

Einen größeren Anteil an Durchgangsverkehr weist die Gerauer-Straße auf, über die der Verkehr in der Nord-Süd-Verbindung der B44 fließt. Dem entsprechend würde auf dieser Strecke eine  Ortsumfahrung auch das vorhandene Verkehrsaufkommen in höherem Umfang reduzieren als in der Ost-West-Verbindung und eine deutliche Verkehrsentlastung bewirken. Besonders der Schwerlastverkehr, der wochentags die Gerauer-Straße als Durchgangsstrecke nutzt, ist für die dort lebenden Anwohner auf Dauer nicht zumutbar, weshalb hier schnell wirkende, Lösungen gefordert sind. Die geplante Südumgehung kann diese Forderung allerdings nicht erfüllen, da mit deren Realisierung, wenn überhaupt, erst nach Jahrzehnte langer Wartezeit zu rechnen ist. Aus diesen Gründen wäre ein Ausbau des Schwimmbadweges im südlichen Abschnitt dieser, nördlich und westlich an Mörfelden vorbeiführenden, Nordumgehungstrasse die einfachste, schnellste und kostengünstigste, Lösung!

Fazit:

Die geplante Südumgehung würde dem innerstädtischen Durchgangsverkehr in der Ost-West-Verbindung der B486 nicht mehr Entlastung bringen als eine ausgebaute Strecke über die Industriestraße, Wageninger-Straße und den Vitrolles-Ring.

Auch die Anwohner der Gerauer-Straße können durch einen Ausbau der Schwimmbadwegstrecke von dem B44-Durchgangsverkehr in gleichem Umfang entlastet werden, wie durch die geplante, aber mit vielen schädlichen Folgen behaftete Südumgehung, deren Realisierbarkeit äußerst fraglich ist.

 

Alternativen:

Die "Südumgehung Mörfelden" ist nachweislich nicht, wie von deren Befürwortern behauptet, alternativlos!

Eine gleichwertige Verkehrsentlastung ist auch mit der so genannten  "Nordumfahrung" in Verbindung mit einem Ausbau des Schwimmbadweges und einem abgesichertem Zugang zum Waldschwimmbad möglich. Hierbei würde der Durchgangsverkehr nördlich über die Wageninger- Straße und westlich über eine Vitrolles-Ring-Teilstrecke und  den Schwimmbadweg um das Stadtgebiet von Mörfelden geleitet. Auch eine Variante Nordumfahrung mit Trassenführung westlich der Thälmannstraße wäre deutlich kostengünstiger und umweltschonender als der Neubau der Südumgehung.

Zusätzliche, vorteilhafte, Eigenschaften der Nordumfahrung im Vergleich zu Südumgehung: 

  • Rund 20 Millionen € niedrigere Herstellungskosten, 
  • eine kürzere Bauzeit und 
  • bessere Chancen für eine zeitnahe Bereitstellung der vom Bund und Land benötigten, finanziellen, Mittel, denn bei der bundes- und landesweiten Auswahl der zu finanzierenden Verkehrsobjekte werden im Vergleich kostengünstige Projekte gegenüber kostenintensiveren Projekten bevorzugt.

Die aufgeführten Fakten verdeutlichen, dass man die unter dem Durchgangsverkehr leidenden Bürger mit der Nordumfahrung früher entlasten könnte als mit der geplanten Südumgehung. Da auch bei einer Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen die Nordumfahrung deutlich bessere Ergebnisse aufweist als die Südumgehung, fordern wir im Interesse der lärm- und abgasgeschädigten Bürger in Mörfelden unsere kommunalpolitischen Entscheidungsträger auf, das Projekt "Südumgehung" zu verwerfen und auf die besser realisierbare "Nordumfahrung" mit Ausbau des Schwimmbadweges umzusteigen.

Die Realisierbarkeit der Südumgehung wäre im Übrigen nach einem zustimmenden Planfeststellungsbeschluss sehr fraglich,  da abhängig von der Haushaltslage des Bundes laut Statistik der vergangenen Jahrzehnte nur rund 10 Prozent der  genehmigten Neubauprojekte finanziert werden. Generell wird der Sanierung bestehender Verkehrsobjekte eine höhere Priorität zugeordnet als Neubauprojekten. 

Aufgrund aller, in dieser Homepage genannten, Gründe und Argumente gegen die Südumgehung, fordern wir von den verantwortlichen Entscheidungsträgern:

>>> Hände weg <<< 

wie von stacheligen Pflanzen, 

so auch vom Bau der geplanten Südumgehung Mörfelden!

Manche Pflanzenarten, wie der rechts abgebildete Kaktus, wehren sich durch ihre Stachel gegen ihre natürlichen Feinde. Symbolisch betrachtet könnte dieser Kaktus unsere Bürgerinitiative darstellen und dessen Stacheln die Bürgerinnen und Bürger, die sich für den Erhalt unserer Naherholungsgebiete einsetzen und gegen die Zerstörung von unwiederbringlichem, natürlichem, Lebensraum kämpfen!

< Auf den links aufgelisteten,  thematisch unterteilten, Seiten dieser Homepage finden Sie umfangreiche Informationen zu diesem, geplanten, Verkehrsprojekt >

 

Unseren Lesern wünschen wir ein frohes und glückliches neues Jahr

und bedanken uns für den Besuch unserer Internetseite.